Mündliche Prüfung

Die Mündliche Prüfung finden immer statt, auch für Doppelstudierende. Prüferin ist die Erstgutachterin (bzw. bei M.Ed.-Arbeiten die Zweitgutchterin oder, bei einer reinen Anerkennung, die Prüferin Ihrer Wahl).

1   Mündliche Prüfung - Allgemeines

Die Prüfung dauert ca. 30 Minuten und geht über drei vorab vereinbarte Themen aus 3 verschiedenen Themenbereichen (je 10 Minuten). Gewählt werden können Bereiche, in denen Sie keine Hausarbeit, nicht das empirische Design und nicht die Masterarbeit geschrieben haben.
Spätestens zwei Wochen vor dem Prüfungstermin geben Sie eine Bibliographie ab, mit der Sie Ihre Kenntnis des Forschungsstandes und Ihre Schwerpunktsetzung in diesen drei Bereichen verdeutlichen. Digital oder ausgedruckt erhält Ihre Prüferin alle Titel ca. 1 Woche vor der Prüfung.

2   Themenwahl und -aufbereitung

Vor der Anmeldung zur Mündlichen Prüfung schlagen Sie Frau Willkop aus den für Sie möglichen Themenbereichen mindestens 3 Schwerpunktthemen (s.u.) aus verschiedenen Bereichen vor, gerne mehr. Frau Willkop prüft, welche der Themen in den letzten 6 Monaten nicht vergeben waren. Sie erhalten die Themen in der Reihenfolge Ihrer Liste. Die Themen werden in die Themenliste eingetragen und sind dann für Sie geblockt.

Jedes Thema besteht aus

  1. Rahmenthema (z.B. Interkulturelle Kompetenz oder Nominalwortbildung)
  2. Schwerpunktthema (z.B. IKK im beruflichen DaZ-Kontext oder Kompositionsverfahren)
  3. Spezifizierung (z.B. zu einem empirischen Projekt der Handelskammer zu ik-Wertebildung bei geflüchteten Auszubildenden)

Die thematische Bearbeitung kann man sich wie ein Trapez vorstellen:

a) Rahmenthema (20-30 Seiten, 1-2 Titel)
Das Rahmenthema ist am breitesten und allgemeinsten. Es situiert das Schwerpunktthema. Achtung: Das Rahmen/Oberthema ist nicht ein Seminartitel (z.B. Landeskunde), sondern ein Bereich aus einem Seminar bzw. Modul.

b) Schwerpunktthema (60-70 Seiten)
Das Schwerpunktthema ist der breite Mittelteil des Trapezes. Dieser Teil hat immer einen Überblickstext am Anfang, danach folgen 4-5 Facetten, die das Schwerpunktthema unter verschiedenen Aspekten betrachten. (Im Falle der Kompositionsverfahren könnten das z.B. sein: Besonderheiten der Possessivkomposita; Vermittlung von Kompositionssemantik im FU; Existenz einer Pluralfuge; nominale Kompositionstypen in Wissenschaftstexten etc.)
Die Facetten decken NIE das gesamte Spektrum des des Schwerpunktthemas ab; dazu dient allenfalls der Überblickstitel.

c) Spezifizierung (20-30 Seiten, 1-2 Titel)
Die Spezifizierung stößt sehr eng gefasst am Ende des Trapezes in die Tiefe. Sie bezieht sich auf eine der Facetten und geht dort noch einmal weiter ins Detail (z.B. Possessive Genitive und äquivalente Nominalkomposita im Vergleich der Sprachen Deutsch, x und y).
Dieser Teil muss bei jedem der 3 Themen anders sein: theoretisch/kontrastiv, empirisch oder didaktisch.

 

3   Bibliografie

Im Masterkolloquium MA.1 erhalten Sie Beispiele für gute und weniger gute Bibliografien.

Der Umfang der Leseliste beträgt pro Thema 100-130 Seiten (maximal 150!!!)
Beachten Sie:

  • Sie können sich nicht auf unsere Seminarbibliographien beschränken.
  • Sie sollten möglichst aktuelle Titel auswählen (wenn es das Thema erlaubt).
  • Sie sollten maximal 2 x den/dieselbe/n Autor*in aufführen.
  • Sie können auch nur Teilkapitel oder -aufsätze aufnehmen, wenn Sie dadurch Redundanz zu anderen Titeln vermeiden können.
  • Sie sollten i.d.R. nicht mehr als 2 Titel aus einem Sammelband verwenden.
  • Sie dürfen in einer Facette auch mehr als 1 Titel anführen.

 

4   Durchführung der Prüfung - Fragetechnik

Manchmal geben wir Ihnen einen Text, eine Graphik aus Ihrer Literatur, ein Beispiel aus einem Lehrwerk etc., anhand dessen Sie etwas exemplarisch erläutern sollen. Damit Sie nicht unter Zeitdruck geraten, erhalten Sie diese Unterlagen ca. 15 Minuten vor der Prüfung.

Fragen Sie andere Studierende mit derselben Prüferin nach ihren Erfahrungen. Bereiten Sie mögliche Fragen nach unserem Prüfungsstil vor und üben Sie, schnell alles Wesentliche auszudrücken: Sie haben nur 10 Minuten pro Thema und können in der Prüfung selbst nicht mehr lange nachdenken!

Wir halten uns in den Prüfungen sehr genau an Ihre Literatur und gehen mit unseren Fragen nicht darüber hinaus. Wir fragen auch nicht nach nebensächlichen Details („was steht auf Seite 56 unten"), sondern nach:

  • nach Hauptaussagen, z. B.:
    „Der Wierlacher-Text von 1980 stellt praktisch das Basisprogramm für die Interkulturelle Hermeneutik dar: Bitte stellen Sie die Grundprinzipien der IkH kurz vor." (und dann z.B. Folgefragen zu Kritik, Weiterentwicklung etc.)
  • nach relevanten Einzelaspekten, z.B.:
    „Das Tübinger Modell nennt sich unter anderem interdisziplinär: Was ist darunter [z.B. im Unterschied zur Interdisziplinarität des faktenorientierten Ansatzes] hier zu verstehen?"
    „Bitte erläutern Sie das folgende Zitat von xxx zur Unmöglichkeit, eine Sprache, der man ausgesetzt ist, nicht zu erlernen."
  • nach Kontroversen und Ihrer Beurteilung der kontroversen Positionen, z.B.:
    „Die bisher zitierten Autoren sprechen sich dafür aus, im Unterricht an Frankophone zunächst den Wortakzent zu vermitteln. Krauß hingegen spricht sich für den Satzakzent aus. Welche Argumente führt sie an?" (und in der Folge z.B.: „Was halten Sie aufgrund Ihrer eigenen Erfahrung für sinnvoller?")
    „Ekman und Russell nehmen sehr unterschiedliche Positionen zu den Ursprüngen von Emotionen ein. Könnten Sie das bitte kurz darstellen?" (dann Folgefragen wie z.B. Ergebnisse der neueren Forschung etc., je nach Ihren Artikeln)
  • nach Zusammenhängen oder Entwicklungen, z.B.:
    „Stereotype können verschiedene Funktionen haben. Sie haben Bausinger, Quasthoff und Löschmann angegeben: Können Sie uns einen kurzen Überblick geben?"
    "Der Begriff ‚Literatur der Migration’ ist ja nur der – vorläufig? – letzte in einer Reihe: Bitte geben Sie uns doch einen kleinen Abriss über die unterschiedlichen Kategorisierungen."
  • nach Ihrer Stellungnahme/Ihrem Vorgehen, z.B.:
    „Schreiben ist also nach wie vor im Unterricht meist nicht präsent. Wie würden Sie selbst das denn in einem Intensivkurs im Inland z.B. handhaben?“
    „Halten Sie es für möglich, Weinrichs Tempustheorie in den FU zu integrieren?“ (Wann? Wie...?)
  • zu Diagrammen, Beispieltexten etc., die wir Ihnen vorlegen:
    „Wie beurteilen Sie das vorgeschlagene Schema zur Vermittlung des Genussystems?"
    „Können Sie anhand des Lernertextes eine kleine Fehlertypologie ausstellen?"